Einer der Gründe für die Entwicklung der Strichcodes als
Medium der automatischen Identifikation in der modernen Industriegesellschaft war
die immer stärker werdende Automatisierung. Zusammen mit den immer komplexeren
und flexibleren Fertigungsstrukturen und der Anforderung, Informationen
immer schneller und fehlerfrei zu erfassen, wurden verschiedene Formen der
automatischen Identifikation entwickelt.
Eine dieser Möglichkeiten der optischen Identifikation ist der
Strichcode. Hierbei wird ein bestimmter Dateninhalt in eine Sequenz von
parallelen hellen und dunklen Balken unterschiedlicher Breite
verschlüsselt.
Die unterschiedlichen Anforderungen
aus verschiedenen Anwendungsgebieten führten zur Entwicklung verschiedener
Strichcode-Familien. Diese unterschiedlichen Code-Familien unterscheiden sich bezüglich ihrer
Codierung, des Inhalts und des darstellbaren Dateninhalts.
Es gibt Strichcodefamilien, die nur rein numerische Inhalte
darstellen können, Strichcodes, mit denen Zahlen und Buchstaben verschlüsselt
werden können und Codefamilien für die Darstellung des kompletten ASCII
Zeichensatzes.
Folgende Strichcode-Familien haben sich in der Praxis
durchgesetzt und sind häufig anzutreffen:
Code 2/5 Interleaved:
Mit dem Code 2/5 Interleaved können nur numerische
Werte dargestellt werden. Der Inhalt wird sehr kompakt dargestellt. Es handelt sich
um einen 2- Breiten-Code. Der 2/5 Interleaved findet sehr häufig im Materialfluss und
der innerbetrieblichen Logistik seine Anwendung.
Code 39:
Der Zeichensatz des Code 39 umfasst die
Ziffern, Großbuchstaben und Sonderzeichen. Es handelt sich um einen 2-Breiten-Code. Die Erstellung des
Code 39 auch aus Warenwirtschaftssystemen ist sehr einfach möglich. Deshalb
findet sich der Code 39 sehr häufig bei Warenbegleitpapieren. Außerdem ist der
Code 39 die Standard Codierung für den Pharmabereich (PZN Nummer) und im
Automobilzulieferbereich (VDA Etikett).
EAN8/EAN13:
Die EAN8/EAN13 Codes stellen rein numerische Inhalte
dar. Die Stellenzahl ist festgelegt auf 8 bzw. 13 Stellen. Der EAN Code ist ein
4-Breiten-Code. Die EAN8/EAN13 Codierungen sind die standardisierte Kennzeichnung im
Konsumgüterbereich. Der Nummernkreis der EAN8/EAN13 Codes beinhaltet das
Produktionsland, die Herstellerfirma und die individuelle Produktnummer. Der
jeweilige Nummernkreis wird zentral von einer Länderorganisation vergeben, um
die eindeutige Identifizierbarkeit eines Produkts zu gewährleisten.
Code 128:
Durch den Code 128 kann der gesamte ASCII Zeichensatz
dargestellt werden. Der Code 128 ist ein 4 Breiten Code. Er wird in vielen
Anwendungen der Logistik (Paketdienste) eingesetzt.
Auf der Codiervorschrift des Code 128 basiert der EAN
128. Beim EAN 128 wird nach dem Startzeichen des Codes ein bestimmtes
Funktionszeichen gesetzt (FNC1-Zeichen). Dieses Zeichen taucht im Dateninhalt
nicht auf, es dient lediglich dem Lesegerät zur Einordnung als EAN 128. Der EAN
128 ist der Code für die Großhandelslogistik. Beim EAN 128 ist auch der
Dateninhalt standardisiert. Über festgelegte Datenbezeichner, die dem
eigentlichen Inhalt vorangestellt werden, werden die Datenelemente
identifiziert. Diese Datenelemente sind verschiedene, für die Logistik relevante
Informationen, wie z.B. das Gewicht, das Herstellungsdatum, das
Mindesthaltbarkeitsdatum oder die Nummer der
Versandeinheit.